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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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B30 // EfBB – Europa für Bürgerinnen und Bürger

Das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ 2014 –2020 zielt darauf ab, den Bürgerinnen und Bürgern die Europäische Union näher zu bringen. Unterstützt werden Kommunen, Organisationen und Einrichtungen bei der Umsetzung von Veranstaltungsprojekten, die dazu beitragen, ein Verständnis von der Europäischen Union, ihrer Geschichte und ihrer Vielfalt zu vermitteln und die Bedingungen für die demokratische Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger auf EU-Ebene zu verbessern.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Europa für Bürgerinnen und Bürger 2014-2020 unterstützt Veranstaltungsprojekte, die zu folgenden Zielen beitragen:

  • den Bürgerinnen und Bürgern ein Verständnis von der Europäischen Union, ihrer Geschichte und ihrer Vielfalt zu vermitteln,
  • die Unionsbürgerschaft zu fördern und die Bedingungen für die demokratische Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger auf EU-Ebene zu verbessern.

Zusätzlich zu den allgemeinen Zielen des Programms und den spezifischen Zielen der Programmbereiche legt die Europäische Kommission Schwerpunktthemen fest, deren Berücksichtigung zusätzliche Punkte in der Bewertung des Zuschussantrages bringen kann. Eine Besonderheit gibt es im Programmbereich „Europäisches Geschichtsbewusstsein“. Hier werden zusätzlich zu den Schwerpunktthemen für jedes Jahr der Laufzeit bis 2020 Schlüsselmomente festgelegt, die einen Bezug zum genannten Jahr haben (Details siehe Einzelziele und Programmstruktur).

Teilnahmeberechtigt sind die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Weitere Länder können an dem Programm teilnehmen, sofern sie gesonderte Assoziierungsabkommen zum Programm mit der Europäischen Kommission vereinbart haben (u. a. sind Albanien, Bosnien, Herzegowina, Serbien, Mazedonien und Montenegro vollberechtigte Teilnehmerländer, Stand: Februar 2016):

  • Beitrittsländer, Bewerberländer und potenzielle Bewerberländer
  • EFTA-Länder, die Mitglieder des EWR sind

Förderfähig sind nur Personen aus den am Programm teilnehmenden Ländern (s. o). Personen aus Drittländern bzw. Nicht-EU-Ländern können an einem Vorhaben teilnehmen, müssen jedoch anderweitig finanziert werden.

Antragstellende und Partner müssen eine eigene Rechtsform haben, entweder als Körperschaften des öffentlichen Rechtes oder als gemeinnützige Organisationen der Zivilgesellschaft. Je nach Aktion oder Fördermaßnahme, in welcher der Antrag auf Förderung gestellt werden soll kann dies unterschiedlich sein (Details sind im Anhang des Programmleitfadens geregelt, siehe Download). Anträge stellen können damnach z. B.:

  • Öffentliche lokale/regionale Behörden
  • Städte/Kommunen
  • Kultur-/Jugend-/Bildungs-/Forschungsorganisationen
  • Verbände von Partnerstädten
  • Städtepartnerschaftsausschüsse/Netze
  • Bildungs-/Kultur-/Forschungseinrichtungen

Einzelpersonen können keine Anträge stellen.

Für die Durchführung des Programms bis 2020 wurde eine Finanzausstattung in Höhe von 185,5 Millionen Euro festgelegt. Diese verteilen sich wie folgt:

  • ca. 20% für den Programmbereich 1 (Europäisches Geschichtsbewusstsein)
  • ca. 60% für den Programmbereich 2 (Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung)
  • ca. 10% bereichsübergreifend für die Valorisierung
  • ca. 10 % für die Programmverwaltung

Im Wesentlichen wird zwischen zwei Förderbereichen unterschieden:

  • Förderbereich 1: Europäisches Geschichtsbewusstsein
  • Förderbereich 2: Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung

Bisher gab es für diese Förderbereiche Jahresschwerpunktthemen, die auf aktuelle Herausforderungen eingegangen sind. Ab 2016 gibt es mehrjährige Schwerpunktthemen, um Antragstellenden die Möglichkeit zu bieten, sich frühzeitig auf die Themen einzustellen.

Im Förderbereich 1 werden darüber hinaus für jedes Jahr bis 2020 Schlüsselmomente festgelegt, die einen Bezug zum genannten Jahr haben.

Förderbereich 1: Europäisches Geschichtsbewusstsein

  • Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung unter totalitären Regimen
  • Ausgrenzung und Verlust der Bürgerrechte in totalitären Regimen: Lehren für die Gegenwart
  • Demokratischer Wandel und Beitritt zur Europäischen Union

Schlüsselmomente 2016

  • 1936 Beginn des spanischen Bürgerkrieges
  • 1951 UN-Flüchtlingskonvention (Situation der Flüchtlinge in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg)    
  • 1956 Mobilisierung der politischen und gesellschaftlichen Kräfte in Mitteleuropa      
  • 1991 Beginn der Jugoslawienkriege

Schlüsselmomente 2017

  • 1917 Die sozialen und politischen Revolutionen, der Zerfall von Großmächten und die Auswirkungen auf die politische und historische Landschaft
  • 1957 Die Römischen Verträge und die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft

Schlüsselmomente 2018

  • 1918 Ende des Ersten Weltkriegs – der Aufstieg von Nationalstaaten und die verpasste Chance auf Zusammenarbeit und friedliche Koexistenz in Europa
  • 1938/1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs
  • 1948 Beginn des Kalten Krieges
  • 1948 Der Haager Kongress und die europäische Integration
  • 1968 Protest- und Bürgerrechtsbewegungen, Einmarsch in die Tschechoslowakei, Studentenproteste und antisemitische Hetzkampagne in Polen

Schlüsselmomente 2019

  • 1979 Wahlen zum Europäischen Parlament – außerdem 40-jähriges Jubiläum der ersten Direktwahl des Europäischen Parlamentes
  • 1989 Demokratische Revolutionen in Mittel- und Osteuropa und Fall der Berliner Mauer
  • 2004 15-jähriges Jubiläum der EU-Osterweiterung

Schlüsselmomente 2020

  • 1950 Erklärung von Robert Schuman
  • 1990 Deutschlands Wiedervereinigung
  • 2000 Verkündung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union

Förderbereich 2: Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung

  • Euroskeptizismus verstehen und diskutieren
  • Solidarität in Krisenzeiten
  • Bekämpfung der Stigmatisierung von „Einwanderern“ und positive Gegenerzählungen zur Förderung des interkulturellen Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses
  • Debatte über die Zukunft Europas

Notwendigkeit europäischer Partner
In einzelnen Programmbereichen der jeweiligen Jahresprioritäten/Themenkomplexe sind europäische Partner zwingend notwendig, in anderen nicht. Transnationale Projekte werden jedoch bevorzugt. Wichtig ist, dass alle Projekte eine deutliche europäische Dimension aufweisen. Diese kann erreicht werden durch:

  • Behandlung eines Projektthemas unter einem europäischen Blickwinkel oder Vergleich unterschiedlicher nationaler Sichtweisen,
  • Konzipierung und Umsetzung eines Projektes in Form einer Zusammenarbeit mehrerer Partnerorganisationen aus verschiedenen Teilnahmeländern oder
  • Erreichen eines europäisches Publikum, in dem sich das Projekt an ein Publikum aus verschiedenen Ländern wendet oder die Projektergebnisse grenzüberschreitend verbreitet werden.

Im Programmleitfaden sind neben den allgemeinen Zielen auch die Einreichfristen sowie die formalen Voraussetzungen für eine Antragstellung genannt. Die Schwerpunktthemen werden im Arbeitsprogramm näher beschrieben. Im Programmbereich 2 „Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung“ sind europäische Partner zwingend notwendig, im Programmbereich 1 „Europäisches Geschichtsbewusstsein“ nicht.

Transnationale Projekte werden jedoch bevorzugt. Wichtig ist, dass alle Projekte eine deutliche europäische Dimension aufweisen. Diese kann erreicht werden durch:

  • Behandlung eines Projektthemas unter einem europäischen Blickwinkel oder Vergleich unterschiedlicher nationaler Sichtweisen,
  • Konzipierung und Umsetzung eines Projektes in Form einer Zusammenarbeit mehrerer Partnerorganisationen aus verschiedenen Teilnahmeländern oder
  • Erreichen eines europäisches Publikum, in dem sich das Projekt an ein Publikum aus verschiedenen Ländern wendet oder die Projektergebnisse grenzüberschreitend verbreitet werden.

Die frühzeitige Beantragung (vor Antragstellung) eines Participant Identification Code (PIC) ist notwendig.

Die Kontaktstelle Deutschland „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. ist die offizielle nationale Kontaktstelle für das Förderprogramm Europa für Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union in Deutschland. Sie informiert am Programm Interessierte bei Fragen zur Konzeption eines transnationalen Kooperationsprojekts, bei Detailfragen zum Antrag, den Dokumenten und Formularen und stellt zahlreiche Publikationen zur Verfügung.
Website der offiziellen nationalen Kontaktstelle Deutschland "Europa für Bürgerinnen und Bürger" bei der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. (KS EfBB)
Publikationen der KS EfBB
Calls / Antragstermine auf der Website der KS EfBB

Die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur in Brüssel (Education, Audiovisual and Culture Executive Agency/ EACEA) ist für die Gesamtabwicklung des Programms auf europäischer Ebene zuständig. Antragsteller sollten sich zunächst an die Kontaktstelle Deutschland „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ wenden.
Website der EACEA

Der Programmleitfaden erläutert die Ziele, die Teilnahmevoraussetzungen und die Fördermodalitäten aller Förderbereiche des Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger"; herausgegeben von Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur in Brüssel.
Broschüre der KS EfBB