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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

www.europa.rvr.ruhr/foerderleitfaden

B26 // Erasmus+ im Bereich Sport

Der Schwerpunkt von Erasmus+ Sport ist der gemeinnützige bzw. nicht-kommerzielle Breitensport. Gefördert werden Kooperationspartnerschaften, gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen sowie Aktionen zur Stärkung der Faktengrundlage für politische Entscheidungen, um den Dialog mit den relevanten europäischen Akteurinnen und Akteuren voranzutreiben.

Für einen allgemeinen Überblick über Erasmus+ siehe B20 // Erasmus+ im Überblick.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Generell liegt der Schwerpunkt von Erasmus+ im Sportbereich auf dem nicht-kommerziellen Breitensport.

Spezifische Ziele von Erasmus+ im Sportbereich

  • Bekämpfung grenzüberschreitender Bedrohungen für die Integrität des Sports, wie Doping, Spielabsprachen und Gewalt sowie jegliche Form von Intoleranz und Diskriminierung
  • Förderung und Unterstützung von Good Governance im Sport und von dualen Karrieren von Sportlerinnen und Sportlern
  • Unterstützung von Freiwilligentätigkeit im Sport, Förderung sozialer Inklusion und Chancengleichheit und Aufklärung über die Bedeutung gesundheitsfördernder körperlicher Betätigung durch Steigerung der Beteiligung an sportlichen Aktivitäten und durch gleichberechtigten Zugang zu sportlichen Aktivitäten für alle Menschen

Geförderte Aktionen im Sportbereich sollen...

  • zur Entwicklung der europäischen Dimension des Sports beitragen, indem Erfahrung und Wissen bezüglich verschiedener Themen, die sich auf europäischer Ebene auf den Sport auswirken, erworben, ausgetauscht und verbreitet wird.
  • die Beteiligung an sportlichen, körperlichen und freiwilligen Aktivitäten erhöhen.

Ziele von geförderten Sportprojekten sind...

  • verstärktes Wissen und Bewusstsein im Hinblick auf Sport und körperliche Betätigung in den Programmländern,
  • verstärktes Bewusstsein hinsichtlich der Rolle des Sports bei der Förderung der sozialen Integration, der Chancengleichheit und der Aufklärung über die Bedeutung gesundheitsfördernder körperlicher Betätigung,
  • verstärkte Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich des Sports und der körperlichen Betätigung aktiv sind,
  • verbesserte Beteiligung von Sport-und anderen relevanten Organisationen aus verschiedenen Programmländern an verbesserten Netzen und
  • verbesserter Austausch bewährter Verfahren.
  • Alle Mitgliedsstaaten der EU und einzelne Länder außerhalb der EU ("Programmländer")
  • Benachbarte Partnerländer der EU
  • weitere Partnerländer

Die Details sind im Programmleitfaden Erasmus+ (Teil A) beschrieben (siehe Download).

Zum Beispiel können Einrichtungen aus Partnerländern (u. a. Nicht-EU-Länder und Staaten anderer Kontinente) nur an einer Strategischen Partnerschaft in der beruflichen Bildung/ Erwachsenenbildung teilnehmen, wenn sie einen spezifischen Mehrwert für das Projekt erbringen, die ansonsten keine Einrichtung aus einem Programmland leisten kann.

Die Schweiz hat im Rahmen von Erasmus+ den Status eines Partnerlandes (siehe Leaflet im Download).

Im Bereich der Aktion "Kooperationspartnerschaften"

Gefördert werden beliebige gemeinnützige Organisationen oder öffentliche Organisationen, z.B.

  • für den Sportbereich zuständige lokale, regionale oder nationale öffentliche Stellen,
  • Nationale Olympische Komitees oder nationale Sportverbände,
  • lokale, regionale, nationale, europäische oder internationale Sportorganisationen,
  • nationale Sportligen,
  • Sportvereine,
  • Organisationen oder Vereinigungen, die Sportler/-innen vertreten,
  • Organisationen oder Vereinigungen, die hauptamtlich Tätige und Freiwillige im Bereich des Sports (z. B. Trainer/-innen oder Manager/-innen) vertreten,
  • Organisationen, die die Initiative „Sport für alle“ vertreten,
  • Organisationen zur Förderung körperlicher Aktivität,
  • Organisationen für aktive Freizeitgestaltung und
  • Organisationen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend.

Im Bereich der Aktion "Europäische Großveranstaltungen"
Antragsberechtigt ist jede im Bereich des Sports tätige und in einem Programmland ansässige öffentliche Stelle oder gemeinnützige Organisation, die Veranstaltungen vorbereiten, ausrichten und nachbereiten, z. B.

  • für den Sportbereich zuständige lokale, regionale oder nationale öffentliche Stellen,
  • lokale, regionale, nationale, europäische oder internationale Sportorganisationen,
  • die Koordinationsstelle einer nationalen Veranstaltung, die im Rahmen einer europäischen Sportveranstaltung durchgeführt wird.

Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,7 Milliarden Euro ausgestattet. Darüber hinaus wurden 1,68 Milliarden Euro für die Finanzierung von Maßnahmen mit Drittländern (Partnerländern) aus den Haushaltsmitteln für das auswärtige Handeln der EU bereitgestellt.

Informationen über das für die Aktionen jeweils verfügbare Budget, die geplante Anzahl von Projekten, für die eine Finanzhilfe gewährt werden soll, sowie vorläufige durchschnittliche Finanzhilfen werden im jährlichen Arbeitsprogramm Erasmus+ veröffentlicht.

Gefördert werden folgende Aktionen:
1. Kooperationspartnerschaften
2. Gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen

Darüber hinaus gibt es: Aktionen zur Stärkung der Faktengrundlage für politische Entscheidungen (u. a. Studien, Datenerhebungen, Befragungen), um den Dialog mit den relevanten europäischen Akteurinnen und Akteuren voranzutreiben (u. a. dem EU-Sportforum, der EU-Ratspräsidentschaft, Konferenzen, Treffen, Seminaren usw.). Diese Aktionen werden entweder unmittelbar von der Europäischen Kommission oder über die Exekutivagentur durchgeführt und werden daher hier nicht weiter ausgeführt.

Die Aktionen im Sportbereich sollen einen Beitrag zur jährlichen Europäischen Woche des Sports (jeweils zweite Septemberwoche) leisten.

1. Kooperationspartnerschaften

Besonderheiten von Kooperationspartnerschaften

  • innovative Projekte
  • Förderung der Einrichtung und Entwicklung europäischer Netze im Bereich des Sports
  • Synergien mit und zwischen lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Maßnahmen zur Förderung sportlicher und körperlicher Aktivität und zur Bewältigung von Herausforderungen
  • Prüfung und Entwicklung neuer Projektformate und neuer Formen länderübergreifender Zusammenarbeit, die geeignet sind, zur Entwicklung von größer angelegten Initiativen beizutragen, welche mit nationalen Fördergeldern oder aus europäischen Fonds wie den europäischen Struktur-und Investitionsfonds unterstützt werden.

Geförderte Aktivitäten von Kooperationspartnerschaften (Beispiele)

  • Vernetzung wichtiger Akteurinnen und Akteure
  • Förderung, Ermittlung und Weitergabe bewährter Verfahren
  • Vorbereitung, Entwicklung und Durchführung von Schulungs- und Ausbildungsmodulen und -instrumenten
  • Durchführung von Aktivitäten zur Stärkung der Kompetenz von Multiplikatoren im Bereich des Sports und zur Entwicklung von Aktivitäten zum Monitoring und zum Benchmarking von Indikatoren insbesondere hinsichtlich der Förderung von ethischem Verhalten und von Verhaltenskodizes bei Sportlerinnen und Sportlern
  • Aktivitäten zur Aufklärung über den Mehrwert von Sport und körperlicher Betätigung für die persönliche, soziale und berufliche Entwicklung der betreffenden Personen
  • Aktivitäten zur Förderung innovativer Synergien zwischen dem Sportbereich und den Bereichen Gesundheit, allgemeine und berufliche Bildung und Jugend
  • Aktivitäten zur Erweiterung der Faktengrundlage für den Sport, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen bewältigen zu können (Sammlung von Daten zur Unterstützung der genannten Aktivitäten sowie Befragungen, Konsultationen usw.)
  • Konferenzen, Seminare, Treffen, Veranstaltungen und Aufklärungsmaßnahmen zur Unterstützung der genannten Aktivitäten

Wichtig

  • Kooperationspartnerschaften sind länderübergreifende Partnerschaften, an denen mindestens fünf Organisationen aus fünf unterschiedlichen Programmländern beteiligt sein müssen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen alle teilnehmenden Organisationen benannt werden.
  • Die maximale Förderung beträgt 500.000 Euro.
  • Die Förderhöchstgrenze liegt bei maximal 80% der gesamten förderfähigen Kosten.
  • Für die Kooperationspartnerschaften werden pro Jahr über die EACEA zwei Auswahlrunden durchgeführt:
  • Erste Auswahlrunde des Jahres: Kooperationspartnerschaften, die im Rahmen der Europäischen Woche des Sports Initiativen und Aktivitäten durchführen bzw. eine thematische Verbindung zu diesen aufweisen
    Zweite Auswahlrunde des Jahres: alle Kooperationspartnerschaften, die nicht mit der Europäischen Woche des Sports in Beziehung stehen

     

2. Gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen

Ziele europäischer Sportveranstaltungen

  • verstärktes Bewusstsein hinsichtlich der Rolle des Sports bei der Förderung der sozialen Integration, der Chancengleichheit und der Aufklärung über die Bedeutung gesundheitsfördernder körperlicher Betätigung
  • verstärkte Beteiligung an sportlichen und körperlichen Aktivitäten und an Freiwilligentätigkeit

Geförderte Aktivitäten im Rahmen europäischer Sportveranstaltungen

Es werden gefördert:
a) Die Ausrichtung europaweiter Sportveranstaltungen in einem Programmland
b) Nationale Veranstaltungen, die gleichzeitig von gemeinnützigen Organisationen oder von öffentlichen Stellen in mehreren Programmländern durchgeführt werden.

Beispiele:

  • Organisation von Bildungsmaßnahmen für Sportler/-innen, Trainer/-innen, Organisatorinnen und Organisatoren und Freiwillige im Vorfeld einer Veranstaltung
  • Organisation der Veranstaltung
  • Organisation von Aktivitäten am Rande der Sportveranstaltung (Konferenzen, Seminare)
  • Durchführung bereits laufender Aktivitäten (Evaluierungen, Konzeption von Zukunftsplänen)
  • Kommunikationsaktivitäten mit Bezug zum Thema der Veranstaltung

Nicht gefördert werden:

  • Von internationalen, europäischen oder nationalen Sportverbänden/-ligen regelmäßig durchgeführte sportliche Wettbewerbe und
  • Wettbewerbe im Bereich des Profisports.

Wichtig

  • Für gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen im Zusammenhang mit der Europäischen Woche des Sports gilt: An europaweiten Sportveranstaltungen, die in einem Land organisiert werden, müssen sich Teilnehmende aus mindestens 3 verschiedenen Programmländern beteiligen ODER die Veranstaltungen müssen gleichzeitig in mindestens 3 Programmländern organisiert werden.
  • Für gemeinnützige europäische Sportveranstaltungen ohne Bezug zu der Europäischen Woche des Sports gilt: An europaweiten Sportveranstaltungen, die in einem Land organisiert werden, müssen sich Teilnehmende aus mindestens 12 verschiedenen Programmländern beteiligen ODER an Sportveranstaltungen, die gleichzeitig in verschiedenen Programmländern organisiert werden, müssen sich Teilnehmende aus mindestens 12 verschiedenen Programmländern beteiligen. Diese Voraussetzung wird erfüllt, wenn diese Teilnehmenden an der Gesamtzahl der Veranstaltungen beteiligt sind.
  • Die maximale Förderung beträgt 500.000 Euro ohne Bezug zur Europäischen Woche des Sports) bzw. 250.000 Euro für Veranstaltungen, die während der Woche des Sports stattfinden.
  • Die Förderhöchstgrenze liegt bei maximal 80% der gesamten förderfähigen Kosten.

Es gibt jährliche Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen (Calls). Dort sind Fristen und Budget der jeweiligen Aktionen festgelegt.  

Die frühzeitige Beantragung (vor Antragstellung) eines Participant Identification Code (PIC)  ist notwendig.

Die Exekutivagentur der Europäischen Kommission (EACEA, Agence Executive Education, Audiovisual and Culture) ist für die zentrale Verwaltung des Programms zuständig. Anträge sind bei der EACEA zu stellen.
Website der EACEA

Die EACEA organisierte zudem gemeinsam mit der Europäischen Kommission den "Info Day Erasmus+ Sport"
Website der Europäischen Kommission mit Informationen zum letzten Info Day Erasmus+ Sport

Die Europäische Kommission informiert über die jährliche Europäische Woche des Sports (jeweils zweite Septemberwoche).
Website der Europäischen Kommission zur Europäischen Woche des Sports

Informationen zu Calls und Ausschreibun­gen im Bereich Sport gibt die Europäische Kommission heraus.
Website der Europäischen Kommission

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtliche und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI NRW) veröffentlicht allgemeine Informationen zu Erasmus+ Sport.
Website des MKFFI NRW

 

Der Programmleitfaden besteht aus drei Hauptteilen: Allgemeiner Überblick über das Programm, spezifische Informationen über die im Leitfaden behandelten Aktionen des Programms, ausführliche Informationen über Verfahren zur Beantragung von Finanzmitteln und über die Auswahl von Projekten sowie über die finanziellen und administrativen Voraussetzungen für die Bewilligung.
Darüberhinaus gibt es zahlreiche Anhänge.
(Stand: Oktober 2016)
Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaten vom 21. Mai 2014
Relevant für alle Förderprogramme bei denen die Verbreitung und Nutzbarmachung von Projektergebnissen gefordert wird: Beschreibung der wichtigsten Elemente des Verbreitungsprozesses eigener Projektergebnisse bzw. des Nutzens von Projektergebnissen anderer im Bereich der Strategischen Partnerschaften von Erasmus+; zudem: Good-Practice-Beispiele zur Veranschaulichung der Hinweise, Anhang mit Arbeitsvorlagen, Glossar mit wichtigen Begriffen.
Inhalte, Fristen, geförderte Maßnahmen, Budget