Logo metropoleruhr
EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

www.europa.rvr.ruhr/foerderleitfaden

B21 // Erasmus+ im Schulbereich

Im schulischen Bereich von Erasmus+ werden Mobilität und Austausch von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Bildungsfachleuten sowie strategische Partnerschaften von Bildungseinrichtungen gefördert.

Für einen allgemeinen Überblick über Erasmus+ siehe B20 // Erasmus+ im Überblick.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Bei Schulprojekten stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Senkung der Quote der Schulabbrecher
  • Stärkung der Lesekompetenz
  • Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Schlüsselkompetenzen
  • frühe Bildung

Im Bereich der Lehrerfortbildung ist eine strategische Orientierung der Schule Voraussetzung für die Förderung, d. h. es werden nicht mehr von Einzelmaßnahmen (wie zum Beispiel die Teilnahme einer einzelnen Lehrkraft an einer Fortbildung im Ausland) gefördert, sondern ein Bündel von Fortbildungsmaßnahmen einer Schule für einen längeren Zeitraum. Künftig muss sich die Leitung einer Schule damit beschäftigen, wie und warum – also mit welchen bildungspolitisch relevanten Zielen – sie europäische Fortbildungen ihres Personals in Europa für einen Zeitraum von einem oder zwei Jahren durchführen möchte.

  • Alle Mitgliedsstaaten der EU und einzelne Länder außerhalb der EU ("Programmländer")
  • Benachbarte Partnerländer der EU
  • Weitere Partnerländer

Die Details sind im Programmleitfaden Erasmus+ (Teil A) beschrieben (siehe Download).

Zum Beispiel können Einrichtungen aus Partnerländern (u. a. Nicht-EU-Länder und Staaten anderer Kontinente) nur an einer Strategischen Partnerschaft in der beruflichen Bildung/Erwachsenenbildung teilnehmen, wenn sie einen spezifischen Mehrwert für das Projekt erbringen, die ansonsten keine Einrichtung aus einem Programmland leisten kann.

Die Schweiz hat im Rahmen von Erasmus+ den Status eines Partnerlandes (siehe Leaflet im Download).

Erasmus+ im Schulbereich ist offen für alle Organisationen, die Projekte im Bereich Schulbildung planen. Sowohl öffentliche wie private Einrichtungen, aber auch Unternehmen sind antragsberechtigt.

Besonderheiten bei den einzelnen Leitaktionen

Leitaktion 1: Lernmobilität von Einzelpersonen

  • Zielgruppe: (Kindergarten-) Pädagoginnen und Pädagogen, Lehrkräfte, sonstiges schulisches Bildungspersonal (z. B. Berufsberater/-innen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen)

Leitaktion 2: Schulbildung – Strategische Partnerschaften

  • Zielgruppe: Schulen
  • Antragsberechtigt sind ausschließlich juristische Personen (Ausnahme Schulen), einzureichen ausschließlich durch die koordinierende Einrichtung, angesprochen sind alle öffentlichen oder privaten Institutionen, die im Bildungsbereich aktiv sind.

Leitaktion 3: Unterstützung von Reformagenden und politischen Dialogen

  • Zielgruppen und Antragsberechtigte sind den jeweiligen Ausschreibungen auf der Website der "Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA)" zu finden.

Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,7 Milliarden Euro ausgestattet. Darüber hinaus wurden 1,68 Milliarden Euro für die Finanzierung von Maßnahmen mit Drittländern (Partnerländern) aus den Haushaltsmitteln für das auswärtige Handeln der EU bereitgestellt.

Informationen über das für die Aktionen jeweils verfügbare Budget, die geplante Anzahl von Projekten, für die eine Finanzhilfe gewährt werden soll, sowie vorläufige durchschnittliche Finanzhilfen werden im jährlichen Arbeitsprogramm Erasmus+ veröffentlicht.

Drei Leitaktionen setzen die Schwerpunkte von ERASMUS+ im Schulbereich:
Leitaktion 1 - Lernmobilität von Einzelpersonen
Leitaktion 2 - Schulbildung – Strategische Partnerschaften
Leitaktion 3 - Unterstützung von Reformagenden und politischen Dialogen

Leitaktion 1: Lernmobilität von Einzelpersonen 
Gefördert wird die Fortbildung von Lehrkräften, Schulleiterinnen und Schulleitern sowie pädagogischem Fachpersonal an Schulen und vorschulischen Einrichtungen. Die Maßnahmen müssen in einem Programmstaat stattfinden und können von zwei Tagen bis zwei Monaten dauern.

Aktivitäten im Rahmen der Leitaktion 1 im Schulbereich

  • Unterrichten an einer Partnereinrichtung,
  • Teilnahme an europäischen Fortbildungskursen und Konferenzen,   
  • Hospitation bzw. "Job-Shadowing" an einer Partnereinrichtung oder an einer für die Schulbildung relevanten Einrichtung.

Leitaktion 2: Schulbildung – Strategische Partnerschaften
Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren 
Gefördert werden drei verschieden Projekttypen:

  1. Strategische Partnerschaften, an denen ausschließlich Schulen beteiligt sind (Strategische Schulpartnerschaften = bisherige COMENIUS-Schulpartnerschaften). In Deutschland antragsberechtigt sind vorschulische Einrichtungen, öffentliche Schulen, staatlich anerkannte, staatlich genehmigte bzw. staatlich geförderte Schulen.
  2. Strategische Partnerschaften, an denen aus den beteiligten Staaten jeweils eine Schulbehörde, eine Schule und eine weitere Einrichtung beteiligt sind (Strategische Regiopartnerschaften = bisherige COMENIUS-REGIO-Partnerschaften).
  3. Strategische Partnerschaften, an denen unterschiedliche Einrichtungen mit thematischem Bezug zum Schulbereich beteiligt sind (Strategische Partnerschaft im Schulbereich = bisherige Multilaterale COMENIUS-Projekte).

Aktivitäten im Rahmen der Leitaktion 2 im Schulbereich

  • Der transnationale Austausch guter Praxis unter den beteiligten Einrichtungen aus dem Schulbereich.  
  • Die Entwicklung neuer Unterrichtsmethoden sowie innovativer Lehr- und Lernansätze, die auch zu besserer Nutzung von IKT im Schulbereich führen.
  • Die Anwendung und Entwicklung von Instrumenten und Methoden zur Verbesserung der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.
  • Die europäische Zusammenarbeit regionaler Behörden aus dem Schulbereich.
  • Kurz- und Langzeitmobilitäten zu Lernzwecken von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften in laufenden Strategischen Partnerschaften.

Die Kosten der Strategischen Partnerschaften werden über sieben Kostenkategorien gefördert:

  • Projektmanagement und Implementierung transnationaler Projekttreffen
  • „Intellectual Outputs“
  • Konferenzen, Seminare, Events
  • transnationale Lern- und Trainingsmobilität
  • sonstige Kosten
  • besondere Bedürfnisse

Leitaktion 3: Unterstützung von Reformagenden und politischen Dialogen
Unter der Leitaktion 3 fördert die Europäische Union Maßnahmen zur Unterstützung von innovativen Reformagenden, politischen Dialogen und Wissenstransfer in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Jugend.

Die meisten dieser Maßnahmen werden im zentralen Verfahren von der Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA) außerhalb der jährlichen Ausschreibung zu Erasmus+ (Call) durchgeführt.

besondere Ausschreibungen der EACEA

  • Zukünftige Initiativen: Um innovative Politikkonzepte und ihre Durchführung anzustoßen, werden Kooperationsprojekte zur Politikentwicklung und europäische Modellversuche von hochrangigen Organisationen und Behörden gefördert.
  • Kooperation mit der Zivilgesellschaft: Europäische Nichtregierungsorganisationen und EU-weite Netzwerke werden gefördert, um die Bewusstseinsbildung zu den europäischen Agenden und die Kooperation mit den öffentlichen Behörden zu unterstützen.

Ausschreibungen für Dienstleistungsaufträge und beschränkte Ausschreibungen

  • Studien und Erhebungen, um die Wissensbasis im Bereich Bildung, Ausbildung und Jugend durch empirische Datenerhebungen und Analysen zu verbessern.
  • Europäische Politikinstrumente zur Verbesserung der Anerkennung von Fähigkeiten, Qualifikationen und Abschlüssen durch den Transfer von Studiennachweisen, sowie zur Unterstützung des Umgangs mit Kompetenzen und der Beratung, des Bologna-Prozesses und der Qualitätssicherung, etc.
  • Kooperation mit internationalen Organisationen, um den politischen Dialog mit Partnerstaaten, die Attraktivität des Europäischen Hochschulraums in der Welt und das Netzwerk von Experten zu Hochschulreformen in benachbarten Partnerstaaten der EU zu fördern.

Strukturierter Dialog
Im dezentralen Verfahren wird unter Leitaktion 3 im Bereich Erasmus+ nur der "Strukturierte Dialog" durch die Nationale Agentur "JUGEND für Europa" gefördert.

Der Strukturierte Dialog ist das Jugendbeteiligungsinstrument der EU-Jugendstrategie. Mit dieser Strategie haben sich alle Länder der EU darauf geeinigt, bis 2018 die Situation junger Menschen in Europa entscheidend zu verbessern. Mit dem Strukturierten Dialog sollen Jugendliche "von unten nach oben" in die Gestaltung europäischer Politik einbezogen werden. Der Dialog kann in unterschiedlicher Form stattfinden. Er ist aber immer durch ausgewählte Themen und feste Zeitläufe strukturiert.

Es gibt jährlich festgelegte aktuelle Themen.

Mögliche (lokale, regionale, nationale wie internationale) Formate können u. a. sein:

  • Diskussionen zu den Themen des Strukturierten Dialogs und der EU-Jugendstrategie,
  • Aktivitäten zur Vorbereitung des offiziellen Jugendevents der jeweiligen EU-Ratspräsidentschaft,
  • Events im Zusammenhang mit der Europäischen Jugendwoche,
  • Treffen zur Diskussion und Information über das Thema „Partizipation am demokratischen Leben“,
  • Konsultationen junger Menschen zu ihren Bedürfnissen im Bereich Partizipation,
  • Simulationsspiele, die die Funktionsweise demokratischer Institutionen und Prozesse darstellen

Es gibt einen jährlichen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Calls). Dort sind Fristen und Budget der jeweiligen Aktionen festgelegt. Einen zusätzlichen nationalen Aufruf gibt es bei Erasmus+ nicht.

Die frühzeitige Beantragung (vor Antragstellung) eines Participant Identification Code (PIC)  ist notwendig.

Als Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich unterstützt der Pädagogische Austauschdienst (PAD) bei der Antragstellung der Leitaktionen 1 und 2 und beantwortet Fragen zum Programmleitfaden sowie zum Antragsprozess.
Pädagogische Austauschdienst (PAD) im Sekretariat der Kultusministerkonferenz im Auftrag der Bundesländer

Die meisten Maßnahmen der  Leitaktion 3 werden im zentralen Verfahren von der Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA) außerhalb der jährlichen Ausschreibung zu Erasmus+ (Call) durchgeführt.
Website der EACEA

Im dezentralen Verfahren wird unter Leitaktion 3 im Bereich Erasmus+ nur der "Strukturierte Dialog" durch die Nationale Agentur JUGEND für Europa gefördert.
Website der Nationalen Agentur JUGEND für Europa
Website des Strukturierten Dialoges

Enthält einen allgemeinen Überblick über das Programm, spezifische Informationen über die im Leitfaden behandelten Aktionen des Programms, ausführliche Informationen über Verfahren zur Beantragung von Finanzmitteln und über die Auswahl von Projekten sowie über die finanziellen und administrativen Voraussetzungen für die Bewilligung.
(Stand: Oktober 2016)
Relevant für alle Förderprogramme bei denen die Verbreitung und Nutzbarmachung von Projektergebnissen gefordert wird: Beschreibung der wichtigsten Elemente des Verbreitungsprozesses eigener Projektergebnisse bzw. des Nutzens von Projektergebnissen anderer im Bereich der Strategischen Partnerschaften von Erasmus+; zudem: Good-Practice-Beispiele zur Veranschaulichung der Hinweise, Anhang mit Arbeitsvorlagen, Glossar mit wichtigen Begriffen.
Leitfaden für leitende Lehrkräfte in der Grund-, Haupt- und Sekundarschulbildung: Nutzen, den Schulen aus Erasmus+ ziehen können, Chancen, die das Programm in Bezug auf die Mobilität der Mitarbeiter und strategische Partnerschaften bietet, Vorteile einer Online-Verknüpfung mit anderen Schulen über eTwinning, Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine erfolgreiche Erasmus+ Bewerbung, Finden der richtigen europäischen Partner und die Nutzung der Erfahrungen von anderen Schulen, Projektbeispiele
Inhalte, Fristen, geförderte Maßnahmen, Budget