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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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B20 // Erasmus+ im Überblick

Erasmus+ ist das Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. In Erasmus+ werden die bisherigen EU-Programme für lebenslanges Lernen (Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius, Grundtvig), Jugend und Sport sowie die europäischen Kooperationsprogramme im Hochschulbereich zusammengefasst. Das Programm soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sowie der Kinder- und Jugendhilfe voranbringen. 

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Erasmus+ als Beitrag zu folgenden Zielen

  • Ziele der Strategie Europa 2020, einschließlich des Kernziels im Bildungsbereich
  • Ziele des strategischen Rahmens für europäische Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, einschließlich der entsprechenden Benchmarks
  • nachhaltige Entwicklung des Hochschulwesens in Partnerländern
  • allgemeine Ziele des erneuerten Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa (2010-2018)
  • Entwicklung der europäischen Dimension im Sport, insbesondere im Breitensport, entsprechend dem Arbeitsplan der Union für den Sport
  • Förderung der europäischen Werte gemäß Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union

Zentrale Merkmale des Programms Erasmus+

  • Anerkennung und Validierung von Kompetenzen und Qualifikationen
  • Verbreitung und Nutzung der Projektergebnisse
  • Freier Zugang zu Bildungsmaterialien, Unterlagen und Medien, die im Rahmen von Erasmus+ erstellt wurden
  • Internationale Dimensíon
  • Mehrsprachigkeit
  • Chancengleichheit und Inklusion
  • Schutz und Sicherheit von Teilnehmenden

Erasmus+ als neue Dachmarke
Erasmus+ ist das neue EU-Programm bzw. die neue Dachmarke für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport. Es fasst die bisherigen Programme für lebenslanges Lernen, Jugend in Aktion sowie die internationalen EU-Hochschulprogramme mit Drittländern unter dem neuen Namen zusammen.

  • Alle Mitgliedsstaaten der EU und einzelne Länder außerhalb der EU ("Programmländer")
  • Benachbarte Partnerländer der EU
  • weitere Partnerländer

Die Details sind im Programmleitfaden Erasmus+ (Teil A) beschrieben (siehe Download).

Zum Beispiel können Einrichtungen aus Partnerländern (u. a. Nicht-EU-Länder und Staaten anderer Kontinente) nur an einer Strategischen Partnerschaft in der beruflichen Bildung/ Erwachsenenbildung teilnehmen, wenn sie einen spezifischen Mehrwert für das Projekt erbringen, die ansonsten keine Einrichtung aus einem Programmland leisten kann.

Die Schweiz hat im Rahmen von Erasmus+ den Status eines Partnerlandes (siehe Leaflet im Download).

Allgmeines

  • Grundsätzlich müssen Teilnehmende von Erasmus+-Projekten in einem Programmland ansässig sein.
  • Einige Aktionen, insbesondere in den Bereichen Hochschulbildung und Jugend, stehen auch Teilnehmenden aus Partnerländern offen.
  • Die Bedingungen für die Teilnahme an einem Erasmus+-Projekt hängen vom Typ der jeweiligen Aktion ab.

Wer profitiert von Erasmus+

Mehr als vier Millionen Menschen sollen bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren.

  • 2 Millionen Studierende können im Ausland studieren oder sich fortbilden, z. B. im Rahmen von 450.000 Praktikumsmöglichkeiten;
  • 650.000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende erhalten Stipendien, um im Ausland zu lernen, sich fortzubilden oder zu arbeiten;
  • 800.000 Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Ausbilder/-innen, Jugendbetreuer/-innen können im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;
  • 200.000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren, profitieren von einem Garantie-Instrument für Studiendarlehen;
  • mehr als 500.000 junge Menschen können im Ausland Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;
  • mehr als 25.000 Studierende erhalten Stipendien für gemeinsame Masterabschlüsse, wobei sie an mindestens zwei Hochschulen im Ausland studieren;
  • 125.000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für die Einrichtung von 25.000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt;
  • 3.500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und Unternehmertum;
  • außerdem werden 600 Partnerschaften im Sportbereich unterstützt, beispielsweise bei europäischen Veranstaltungen ohne Gewinnzweck.

Teilnehmende Organisationen

  • Erasmus+-Projekte werden von den teilnehmenden Organisationen eingereicht und verwaltet.
  • Einige Aktionen im Rahmen des Programms stehen auch informellen Gruppen junger Menschen offen.
  • Generell müssen an Erasmus+-Projekten teilnehmende Organisationen in einem Programmland ansässig sein.
  • Einige Aktionen, insbesondere in den Bereichen Hochschulbildung und Jugend, richten sich auch an Teilnehmende aus Partnerländern.
  • Die Bedingungen für die Teilnahme an Erasmus+-Projekten hängen vom Typ der durch das Programm geförderten Aktion ab.
  • Im Allgemeinen steht das Programm allen Organisationen offen, die in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend oder Sport tätig sind.
  • An einigen Aktionen können sich auch sonstige Akteurinnen und Akteure der Arbeitsmärkte beteiligen.

Eine Besonderheit des Programms ist, dass auch Einzelpersonen in einzelnen Teilbereichen direkt Anträge stellen.

Erasmus+ ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,7 Milliarden Euro ausgestattet. Darüber hinaus wurden 1,68 Milliarden Euro für die Finanzierung von Maßnahmen mit Drittländern (Partnerländern) aus den Haushaltsmitteln für das auswärtige Handeln der EU bereitgestellt.

Informationen über das für die Aktionen jeweils verfügbare Budget, die geplante Anzahl von Projekten, für die eine Finanzhilfe gewährt werden soll, sowie vorläufige durchschnittliche Finanzhilfen werden im jährlichen Arbeitsprogramm Erasmus+ veröffentlicht.

Die Programmstruktur von ERASMUS+ ist gegliedert in 
1) einerseits die einzelnen Bildungsbereiche sowie den Sport und
2) andererseits drei Leitaktionen, die Jean-Monet-Aktivitäten sowie den Sport.

Programmstruktur von Erasmus+
Programmstruktur von Erasmus+

1. Aufteilung in Bildungsbereiche und den Sport

Um Teilnehmenden und Begünstigten früherer Programme den Weg zu Erasmus+ zu erleichtern und die hierfür nötige Kommunikation und Verbreitung sicherzustellen, werden zusätzlich zur Marke „Erasmus+“ auch folgende etablierte und bekannte Bezeichnungen gemäß der Bildungsbereiche verwendet:

Erasmus+ im Schulbereich (ehem. Comenius)
Erasmus+ in der Hochschulbildung (ehem. Erasmus), inkl. Erasmus+: Jean Monet (EU-Studien und Lehre) und Erasmus+: Gemeinsame Masterabschlüsse/ Joint Master Degree (ehem. Erasmus Mundus)
Erasmus+ in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (ehem. Leonardo da Vinci)
Erasmus+ in der Erwachsenenbildung (ehem. Grundtvig)
Erasmus+ JUGEND IN AKTION (nicht formales und informelles Lernen von Jugendlichen)


Darüber hinaus gibt es auch Fördermöglichkeiten (neu seit 2014) für
Erasmus+ Sport

2. Aufteilung in drei Leitaktionen, Jean-Monet-Aktivitäten und den Sport

a) Leitaktion "Lernmobilität für Einzelpersonen": Mobilität von Lernenden und von Personal, Erasmus Mundus/ Gemeinsame Masterabschlüsse, Darlehen für Erasmus+ Masterabschlüsse

b) Leitaktion "Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren": länderübergreifende strategische  Partnerschaften, Wissensallianzen, Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten, Kapazitätsaufbau, eTwinning, EPALE (European Platform for Adult Learning), Europäisches Jugendportal

c) Leitaktion "Unterstützung politischer Reformen": Wissen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend, Initiativen zur Anregung innovativer politischer Konzepte, Unterstützung europäischer politischer Instrumente,  Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen, Förderung des Dialogs mit Akteuren und Unterstützung von Programmen und politischen Maßnahmen

Die Jean-Monnet-Aktivitäten unterstützen:

  • Lehrmodule, Lehrstühle und Spitzenforschungszentren im Hochschulbereich
  • politische Debatten mit Vertretern des Hochschulsektors (Netze und Projekte)
  • Förderung für Einrichtungen und Vereine
  • Studien und Konferenzen

Im Bereich des Sports sollen folgende Aktivitäten unterstützt werden:

  • Kooperationspartnerschaften
  • Förderung gemeinnütziger europäischer Sportveranstaltungen
  • Verbesserung der Faktengrundlage für die Politikgestaltung
  • Dialog mit den relevanten europäischen Akteurinnen und Akteuren

Es gibt einen jährlichen Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen (Calls). Dort sind Fristen und Budget der jeweiligen Aktionen festgelegt. Einen zusätzlichen nationalen Aufruf gibt es bei Erasmus+ nicht.

Die frühzeitige Beantragung (vor Antragstellung) eines Participant Identification Code (PIC)  ist notwendig.

In Brüssel gibt es die im Auftrag der Europäischen Kommission arbeitende Education, Audiovisual and Culture Executive Agency (EACEA). Sie ist für die Gesamtkoordination des Programms zuständig und ist Ansprechpartner für einzelne Bildungsbereiche bzw. einzelne Teilprogramme der Bildungsbereiche.
Website der EACEA

In Deutschland gibt es darüberhinaus nationale Agenturen, die im Auftrag der Europäischen Kommission Ansprechpartner für weitere Bildungsbereiche bzw. einzelne Teilprogramme der Bildungsbereiche sind.
Gemeinsame Website der nationalen Agenturen in Deutschland


Diese Website gibt einen Überblick über die konkreten Anlaufstellen bzw. Ansprechpersonen je Bildungsbereich bzw. Teilprogramm:

B21 // Erasmus+: Schulbereich (ehem. Comenius)
B22 // Erasmus+: Hochschulbildung (ehem. Erasmus), inkl. Erasmus+: Jean Monet (EU-Studien und Lehre) und Erasmus+: Gemeinsame Masterabschlüsse/ Joint Master Degree (ehem. Erasmus Mundus)
B23 // Erasmus+: berufliche Aus- und Weiterbildung (ehem. Leonardo da Vinci)
B24 // Erasmus+: Erwachsenenbildung (ehem. Grundtvig)
B25 // Erasmus+: JUGEND IN AKTION (nicht formales und informelles Lernen von Jugendlichen)
B26 // Erasmus+: Sport

Enthält einen allgemeinen Überblick über das Programm, spezifische Informationen über die im Leitfaden behandelten Aktionen des Programms, ausführliche Informationen über Verfahren zur Beantragung von Finanzmitteln und über die Auswahl von Projekten sowie über die finanziellen und administrativen Voraussetzungen für die Bewilligung.
(Stand: Oktober 2016)
Informationen zur Beteiligung von Organisationen aus der Schweiz am Programm von der schweizerischen Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit
Relevant für alle Förderprogramme bei denen die Verbreitung und Nutzbarmachung von Projektergebnissen gefordert wird: Beschreibung der wichtigsten Elemente des Verbreitungsprozesses eigener Projektergebnisse bzw. des Nutzens von Projektergebnissen anderer im Bereich der Strategischen Partnerschaften von Erasmus+; zudem: Good-Practice-Beispiele zur Veranschaulichung der Hinweise, Anhang mit Arbeitsvorlagen, Glossar mit wichtigen Begriffen.
Inhalte, Fristen, geförderte Maßnahmen, Budget