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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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B19 // Erasmus für Jungunternehmer

Erasmus für Jungunternehmer (Erasmus for Young Entrepreneurs) soll neuen Unternehmerinnen und Unternehmern durch den Arbeitsaufenthalt in einem Unternehmen eines anderen EU-Mitgliedstaat dabei helfen, die entsprechenden Qualifikationen für die Leitung eines kleinen oder mittleren Unternehmens (KMU) zu erwerben. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung ihres Know-hows und fördert den grenzüberschreitenden Wissenstransfer sowie die Weitergabe von Erfahrungen untereinander.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Allgemeines Ziel von Erasmus für Jungunternehmer ist die Förderung des Erfahrungsaustauschs, des gegenseitigen Lernens und der Vernetzung von neuen Unternehmen in der EU, die mit einem erfahrenen Unternehmen in einem anderen EU-Mitgliedstaat zusammenarbeiten. Es fällt unter den Small Business Act for Europe (SBA) und gilt als ein entscheidender Beitrag zu dem Grundsatz „ein Umfeld [zu] schaffen, in dem sich Unternehmer und Unternehmen in Familienbesitz entfalten können und in dem sich unternehmerische Initiative lohnt.“

Gefördert werden folgende Maßnahmen:

  • Erfahrungs- und Informationsaustausch für neue Unternehmer/-innen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eines anderen Landes der EU, um einen erfolgreichen Start sowie die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsideen zu ermöglichen
  • Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Unternehmerinnen und Unternehmern in Bezug auf die Hindernisse und Herausforderungen bei der Gründung und Weiterentwicklung ihrer Unternehmen
  • Verbesserung des Zugangs zum Markt und Suche nach potenziellen Partnerinnen und Partnern für neu gegründete und bereits etablierte Unternehmen in anderen EU-Ländern
  • Vernetzung durch Nutzung der Kenntnisse und Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern

Das Programm ist für alle europäischen neuen Unternehmen und Gast-Unternehmen offen, die ihren ständigen Wohnsitz in einem der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Liechtenstein, Norwegen, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Island, Montenegro, Türkei, Albanien, Serbien oder Israel haben.

Das Programm richtet sich an Jungunternehmen bzw. neue Unternehmen. Jungunternehmen bzw. neue Unternehmen sind Unternehmensgründer/-innen, die einen realistischen Geschäftsplan vorlegen können sowie junge Unternehmen, die sich innerhalb der letzten drei Jahre gegründet haben (und die einen Geschäftsplan vorlegen können).

Gastunternehmen sollen erfahrene Eigentümer/-innen bzw. Geschäftsführer/innen von kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) sein oder auf Vorstandsebene an der Führung eines solchen Unternehmens beteiligt sein.

Das Programm ist auf keine bestimmte Branche beschränkt und es gibt auch keine Altersbeschränkung.

Bis 2020 möchte die EU 10.000 länderübergreifende Partnerschaften unterstützen. Dafür werden 55,3 Millionen Euro aus dem COSME-Programm bereitgestellt. Die Reise-und Aufenthaltskosten werden von der Europäischen Union für einen Zeitraum von ein bis sechs Monaten bezuschusst. Die Höhe des Zuschusses beträgt je nach Aufenthaltsland zwischen 530 und 1.100 Euro pro Monat.

Der Aufenthalt bei einem erfahrenen Unternehmen ermöglicht den Erfahrungsaustausch und hilft dem neuen Unternehmen beim Erwerb der nötigen Fähigkeiten zur Leitung eines Kleinunternehmens. Das Gastunternehmen profitiert von einer neuen Perspektive auf sein eigenes Unternehmen und hat die Möglichkeit, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und neue Märkte kennen zu lernen.

  • Neue Unternehmer/-innen erhalten gewissermaßen eine „innerbetriebliche Ausbildung“ in einem kleinen oder mittleren Unternehmen in einem anderen teilnehmenden Land. Dadurch wird der erfolgreiche Einstieg in die Selbstständigkeit bzw. die erfolgreiche Leitung eines neuen Unternehmens erleichtert. Darüber hinaus profitieren die Teilnehmer/-innen vom Zugang zu neuen Märkten, internationaler Kooperation und von der Chance auf Zusammenarbeit mit ausländischen Geschäftspartnerinnen und -partnern.
  • Gastunternehmer/-innen können sich die innovativen Ideen eines motivierten Neuunternehmens für ihr Unternehmen zu Nutze machen. Dieser verfügt unter Umständen über spezifische Fähigkeiten oder Kenntnisse auf einem Gebiet, das dem Gastunternehmen nicht vertraut ist.


Allgemeine Funktionsweise des Programms
Erasmus für Jungunternehmer wird von der Europäischen Kommission finanziert und mithilfe von lokalen Kontaktstellen, die sich mit Unternehmensförderung auskennen (z. B. Handelskammern, Gründerzentren, Förderstellen etc.), in den teilnehmenden Ländern ausgerichtet. Die Koordinierung der Tätigkeiten dieser Vermittlungsstellen wird wiederum auf europäischer Ebene vom Unterstützungsbüro des Programms übernommen.

Neuunternehmer/-innen, Gastunternehmer/-innen sowie die beiden lokalen Kontaktstellen gehen ein Pflichtverhältnis ein. Es umfasst zwei Hauptbestandteile:

  • eine Qualitätsverpflichtungserklärung, digital unterzeichnet durch die beteiligten Parteien (u. a. Neuunternehmer/-in, Gastunternehmer/-in und die beiden zuständigen lokalen Kontaktstellen), in der die Austauschziele, verschiedenen Aktivitäten, Pflichten, Wunschergebnisse sowie Dauer und Zeitraum des Aufenthalts festgelegt werden
  • eine Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung des neuen Unternehmens mit der lokalen Vermittlungsstelle

Neue und erfahrene Unternehmer/-innen, die einen Austausch planen, müssen sich über ein Online-Tool anmelden und registrieren.

Wichtigste Anlaufstellen im Rahmen des Programms Erasmus für Jungunternehmer sind die lokalen Vermittlungsstellen. Es handelt es sich um von der Europäischen Kommission ausgewählte Einrichtungen, die Bewerbungen prüfen und während des Austauschs mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die lokale Kontaktstelle des neuen Unternehmens ist für die Auszahlung der Finanzhilfe gemäß den in der Vereinbarung festgelegten Bedingungen zuständig. Die lokale Vermittlungsstelle des Gastunternehmens sorgt entsprechend der Qualitätsverpflichtungserklärung für einen reibungslosen Ablauf des Austauschs.
Übersicht der lokalen Kontaktstellen in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen unterhält die Stadt Gelsenkirchen eine Vermittlungsstelle (local contact point Erasmus for Young Entrepreneurs/ selected by the European Commission), die vorrangig Unternehmen der Kultur-und Kreativwirtschaft unterstützt.
Kontakt zum local contact point der Stadt Gelsenkirchen

Das auf europäischer Ebene eingerichtete Unterstützungsbüro arbeitet eng mit der Europäischen Kommission und den Vermittlungsstellen zusammen, es sorgt für ein abgestimmtes Vorgehen der Vermittlungsstellen und stärkt die gesamteuropäische Dimension des Mobilitätsprogramms. 
Programmwebsite
Kontakt zum Unterstützungsbüro

Die Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der Europäischen Kommission beantwortet Fragen zu weiteren Aspekten, den allgemeinen Rahmenbedingungen und zum umfassenden Finanzrahmen des Programms.
Programmübersicht
Kontaktübersicht

Herausgeber: EU-Kommission
Stand: Mai 2015
Herausgeber: EU-Kommission
Herausgeber: EU-Kommission
Überblick über das Programm sowie Ergebnisse nach fünf Jahren
Herausgeber: Eurochambres im Auftrag der EU-Kommission, 2015