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Übersicht zum EHAP in Europa

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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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B18 // EHAP – Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen

Der EHAP (auch: Fund for European Aid to the Most Deprived - FEAD) verfolgt das Ziel der Strategie Europa 2020, die Zahl der von Armut bedrohten Menschen zu verringern und jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung zu bekämpfen. Der Fonds hat zwei Unterstützungsschwerpunkte: zum einen die Verbesserung der sozialen Inklusion besonders benachteiligter EU-Zugewanderter und deren Kinder und zum anderen die Verbesserung der sozialen Inklusion wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Personen.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Der EHAP verfolgt drei Einzelziele (EZ):

  • Einzelziel 1/ EZ 1: Verbesserung des Zugangs von besonders benachteiligten EU-Zugewanderten zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems
  • Einzelziel 2/ EZ 2: Verbesserung des Zugangs von zugewanderten Kindern zu Angeboten der frühen Bildung und der sozialen Inklusion
  • Einzelziel 3/ EZ 3: Verbesserung des Zugangs wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Personen zu Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems

Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sind antragsberechtigt.

Im  Vordergrund stehen Personen, die

  • unter Armut leiden und keinen oder nur unzureichenden Zugang zu den Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems haben und/oder
  • zu weit entfernt vom Arbeitsmarkt sind, um von den aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen sowie den arbeitsmarktbezogenen Sonderprogrammen des Europäischen Sozialfonds (ESF) erreicht zu werden.

Zielgruppen sind

  • besonders benachteiligte EU-Zugewanderte
  • zugewanderte Kinder und deren Eltern aus EU-Ländern
  • Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen

Antragstellender kann sein:

  • Ein Kooperationsverbund aus Kommunen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege oder anderen gemeinnützigen Trägerinnen und Trägern.
  • Alle an dieser Kooperationspartner Beteiligten können ANträge stellen bzw. Zuwendungen empfangen.

EU-weit stehen für rund 4 Millionen Bedürftige 3,8 Milliarden Euro zur Verfügung.

Für Deutschland steht ein finanzielles Gesamtvolumen von insgesamt rund 92,8 Millionen Euro ab September 2015 zur Verfügung. Davon stellt die EU 78,9 Millionen bereit.

Die Förderquote von 85% seitens der EU stockt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales um weitere 10%, sodass der Eigenmittelanteil bei 5% Prozent liegt.

Die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten legen in Operationellen Programmen (OP) die genaue Ausgestaltung des EHAP fest. In Deutschland wird der EHAP zur Förderung der sozialen Inklusion der am stärksten benachteiligten Personen eingesetzt.

Finanziert werden zusätzliche Beratungs- und Orientierungsleistungen (Personal) auf niedrigschwelliger Ebene.

Wichtig ist, dass diese auf bestehenden Strukturen aufbauen und diese so in ihrer Wirkung verstärken. Der EHAP erfüllt eine Brückenfunktion zwischen bereits bestehenden Angeboten der Beratung und Unterstützung und den Zielgruppen. Es geht darum, Menschen an bestehende Angebote heranzuführen und diese damit in ihrer Wirkung zu verstärken.

Zu den geförderten Maßnahmen zählen u. a. (Details siehe OP EHAP Deutschland, im Download):

  • Heranführen von Kindern von EU-Zugewanderten stärker an bereits bestehende Angeboten, wie Kindertageseinrichtungen oder pädagogisch begleitete Kindergruppen
  • Hinweisen auf Sprachkurse oder medizinischer Beratung
  • Aktivitäten zur Ausbildung von Integrationslotsinnen und -lotsen
  • Berater/-innen, die Familien bei Behördengängen, zu Erziehungs- und Schulberatungsstellen oder Elterngesprächen begleiten
  • Hinweise auf Beratungsstellen für Wohnungssuchende, Vermittlung in Wohnraum (der Wohnraum selber wird nicht gefördert)

Rein materielle Unterstützungsleistungen werden aus dem EHAP nicht gefördert.

Im Rahmen von Projektaufrufen wird auf die Fördermöglichkeiten des EHAP aufmerksam gemacht. Die Auswahl der zu fördernden Vorhaben erfolgt auf der Grundlage von Förderrichtlinien anhand von Kriterien.

Im Rahmen von Projektaufrufen wird auf die Fördermöglichkeiten des EHAP aufmerksam gemacht. Die Auswahl der zu fördernden Vorhaben erfolgt auf der Grundlage von Förderrichtlinien anhand von Kriterien.

Die Förderrichtlinie sind auf dieser Website im Download zu finden, die Auswahlkriterien auf der Website des EHAP beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Für den EHAP in Deutschland ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zentrale Anlaufstelle:
Website des EHAP beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Darüber hinaus gibt es für Deutschland ein Bürgertelefon (Montags bis Donnerstags von 8:00 bis 20:00 Uhr): 
Tel. 030 - 221 911 007

Durch die Europäische Kommission am 25. Februar 2015 genehmigte Fassung