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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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B17 // EaSI – Programm der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation

Das Programm der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation (Employment and Social Innovation/ "EaSI") fasst die drei bestehenden europäischen Förderinstrumente "Progress" (Programm für Beschäftigung und soziale Solidarität), "EURES" (Europäisches Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen) und das Programm "Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum" zusammen.

EaSi ergänzt und unterstützt die Instrumente und Aktivitäten, die vor allem im Rahmen des Europäischen Sozialfonds durchgeführt werden. Unter anderem werden mit dem EaSi neue Konzepte für beschäftigungs- und sozialpolitische Strategien in Problembereichen (wie Jugendbeschäftigung und Inklusion) erprobt oder Arbeitskräfte, die eine Arbeit in einem anderen EU-Land aufnehmen wollen, unterstützt.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Das Programm der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation ("EaSI") trägt insbesondere zur Erreichung folgender Ziele bei:

  • Förderung eines hohen Niveaus hochwertiger und nachhaltiger Beschäftigung,
  • Gewährleistung eines angemessenen und fairen sozialen Schutzes,
  • Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die europäischen Prioritäten sind in der Strategie Europa 2020 konkretisiert und mit beschäftigungs- und sozialpolitischen Kernzielen für die laufende Dekade unterlegt. 

  • EU-Mitgliedsstaaten
  • EWR-Staaten und die Schweiz
  • Länder, die um den EU-Beitritt kandidieren

Teilnahmeberechtigt sind öffentliche und private Organisationen bzw. Einrichtungen, die in den genannten Bereichen tätig sind:

  • nationale, regionale und lokale Behörden
  • Arbeitsverwaltungen
  • Sozialpartner
  • NGO (Nichtregierungsorganisationen)
  • Hochschuleinrichtungen und Forschungsinstitute
  • Finanzinstitute
  • Medien

Das Unterprogramm Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum steht öffentlichen und privaten Einrichtungen in den Mitgliedstaaten offen, die Personen und Kleinstunternehmen in den Mitgliedstaaten Mikrofinanzierungen anbieten. Existenzgründerinnen und -gründer sowie sozialwirtschaftliche Kleinstunternehmen sind nicht direkt antragsberechtigt, sondern werden durch die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen mittelbar begünstigt.

Das Programm wird von der Europäischen Union mit 920 Millionen Euro finanziert. Davon werden 61% (ca. 550 Millionen Euro) für das Unterprogramm Progress), 18% (ca. 160 Millionen Euro) für EURES und 21% (ca. 200 Millionen Euro) für Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum bereitgestellt. Art und Umfang der Maßnahmen werden in jährlichen Arbeitsplänen festgelegt. Das Programm wird durch die Europäische Kommission durchgeführt. Die Kommission wird durch einen Ausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedstaaten unterstützt.

Generell teilt sich das Programm in drei Bausteine auf:

Programm für Beschäftigung und soziale Solidarität (Progress)
Progress fördert Maßnahmen zur Entwicklung europäischer Politikansätze im Bereich der Beschäftigungs- und Sozialpolitik und unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Ausgestaltung und Durchführung der politischen Reformen. Progress trägt zudem dazu bei, dass die Mitgliedstaaten die EU-Rechtsvorschriften umsetzen. 
Außerdem gestaltet Progress den politischen Dialog in den genannten Bereichen auf nationaler, internationaler und Unionsebene. Hierbei werden Organisationen auf nationaler und Unionsebene unterstützt, die die Politiken und Instrumente der Europäischen Union vorantreiben. 

Neue Konzepte für beschäftigungs- und sozialpolitische Strategien in Problembereichen, wie Jugendbeschäftigung und Inklusion, können erprobt werden. In die Durchführung dieser Maßnahmen werden nationale, regionale und lokale Behörden sowie Sozialpartner und zivilgesellschaftliche Organisationen eingebunden.

Europäisches Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen (EURES)
Das europäische Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen EURES trägt zur Verwirklichung eines funktionierenden europäischen Arbeitsmarktes bei. Über 900 EURES-Beraterinnen und Berater informieren, beraten und vermitteln Arbeitskräfte, die eine Arbeit in einem anderen EU-Land aufnehmen wollen.
Gleichermaßen beraten sie Arbeitgeber/-innen, die grenzüberschreitend rekrutieren möchten und vermitteln geeignete Arbeitsuchende. Umfassende Informationen zur beruflichen Mobilität sowie Jobangebote können über das elektronische EURES-Portal abgerufen werden. Darüber hinaus bietet die Europäische Kommission gezielte Programme zur Unterstützung der Mobilität von Arbeitskräften an. Diese Maßnahmen auf europäischer Ebene werden durch Leistungen der Mitgliedstaaten ergänzt.

Programm "Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum"
Das Programm Mikrofinanzierung und soziales Unternehmertum unterstützt Mikrokreditangebote und Mikrofinanzinstitute, die finanzielle Unterstützungen für sozial schwache Gruppen und Kleinstunternehmen gewähren. 
Außerdem wird die Entwicklung des Markts für Sozialunternehmen gefördert und Sozialunternehmen der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert. 
Mit diesen Maßnahmen sollen Benachteiligungen beim Zugang zum herkömmlichen Kreditmarkt ausgeglichen werden. Das Programm unterstützt Personen auf dem Weg in die Selbständigkeit und Kleinstunternehmen sowohl in der Gründungs- als auch Aufbauphase. Hierbei liegt im Aufbau der institutionellen Kapazitäten von Mikrokreditangeboten ein Förderschwerpunkt.

Programmübergreifende Aspekte
Bei der Verfolgung der Ziele des Programms der Europäischen Union für Beschäftigung und soziale Innovation wird sozial schwachen Gruppen, wie etwa jungen Menschen, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Außerdem fördert das Programm die Gleichstellung von Frauen und Männern und bekämpft jegliche Formen der Diskriminierung.

Der EaSi ergänzt und unterstützt die Instrumente und Aktivitäten, die vor allem im Rahmen des Europäischen Sozialfonds durchgeführt werden.

Termine/ Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen (calls for proposals) sind zu beachten. Die Umsetzung des Programms mit Details zu Einzelzielen und Einzelmaßnahmen erfolgt in jährlichen Arbeitsprogrammen (work programmes). 

In engem Zusammenhang mit dem EaSI stehen auch der ESF Bund und der ESF des Landes  NRW. Während der ESF Bund den Schwerpunkt in der Fachkräftesicherung und der Bekämpfung der Armut hat, fokussiert sich der ESF NRW stärker auf die Problemlagen des Landes, in dem u. a. junge Menschen in den Arbeitsmarkt eingegliedert und Arbeitskräfte an den Wandel angepasst werden sollen.

Die Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission erstellt das jährliche Arbeitsprogramm (work programme), informiert über die Termine zu den Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen (call for proposals) und stellt allgemeine Broschüren zur Verfügung.
Website der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert auf der eigenen Website über das Programm und stellt deutsche Kontaktstellen für die einzelnen Teilprogramme zur Verfügung.
Website des Bundesministerium für Arbeit und Soziales