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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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A7 // ESPON

Das Europäische Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON (European Spatial Planning Observation Network) wurde 2002 von den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission gegründet. Es zielt auf die Qualifizierung der Wissens- und Informationsgrundlagen der Europäischen Raumentwicklungspolitik ab. Das ESPON-Programm unterstützt die europäische Raumentwicklungspolitik durch raumbezogene Forschungsprojekte und stellt der Politik Karten, Studien, Daten und Analysen (Raumentwicklungstrends, integrierte Raumanalysen und Langzeit-Szenarien) zur Verfügung. Die Ergebnisse können von politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern auf verschiedenen Ebenen in aktuelle Diskussionen und Entscheidungen eingebracht werden.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

Fünf Prioritäten bilden die Grundlage des Programms:

  1. Wissenschaftliche Studien zur Raumentwicklung; Aufbau einer systematischen, vergleichbaren, konsistenten und zuverlässigen europäischen territorialen Wissensbasis durch angewandte Forschung und Bereitstellung von gesamteuropäischen Ergebnissen mit hoher Relevanz für die Politik und Programmentwicklung.
  2. Wissenstransfer für Städte, Regionen und andere Stakeholder durch angewandte Modellprojekte; Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse des ESPON-Programms und Aufbereitung der Ergebnisse für Akteurinnen und Akteure auf verschiedenen Ebenen. Einladung an Praktiker/-innen, Studien zu konkreten Fragestellungen selbst zu initiieren und – unterstützt durch eine von ESPON finanzierte wissenschaftliche Forschungsunterstützung – durchzuführen (Erfolgreich Antragstellende bekommen hier eine Forschungsassistenz finanziert, die sie bei der wissenschaftlichen Analyse und dem Austausch mit anderen Regionen/Kommunen in Europa unterstützt)
  3. Konstituierung einer wissenschaftlichen Plattform für territoriale Indikatoren, Datenbanken und Methoden sowie wissenschaftliche Unterstützung
  4. Verbreitung der Erkenntnisse des Programms in der fachbezogenen Öffentlichkeit und Hinwirken auf  deren Berücksichtigung in der Praxis
  5. technische Hilfen, analytische Unterstützung und Kommunikation 
  • Die 28 EU-Mitgliedstaaten
  • Norwegen
  • Schweiz
  • Island

Das Programm vergibt Forschungsaufträge an raumwissenschaftliche Einrichtungen in politikrelevanten Themen der europäischen Raumentwicklung. Die Forschungsergebnisse sollen praxisrelevant sein und richten sich an Verantwortliche für territoriale Entwicklung und die mit der Umsetzung des Europäischen Strukturfonds betrauten Stellen auf verschiedenen Ebenen (EU, Mitgliedstaaten, Regionen, Städte) sowie regionale und städtische Interessensvertretungen, Universitäten und Forschungseinrichtungen und die Zivilgesellschaft.

Es müssen Akteure aus drei Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligt sein.

Das Programm wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit einem Betrag von 41,3 Millionen Euro kofinanziert. Es ist geplant, dass die Mitglieds- und Partnerstaaten Eigenanteile einbringen und so ein Gesamtbudget von etwas über 50 Millionen Euro für den Zeitraum 2014-2020 erreicht wird.

ESPON stellt ein Bindeglied zwischen Wissenschaft, Politik und Praktikerinnen wie Praktikern im Bereich europäischer Raumentwicklung dar. Gemeinsam werden wissenschaftliche Analysen mit dem Ziel initiiert und koordiniert, Fragen bezüglich der Europäischen Raumentwicklung, der räumlichen Wirkungen von Fachpolitiken, der europäischen Regionalpolitik und der nachhaltigen Raumentwicklung im Spannungsfeld von wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit der Regionen, Sicherung einer lebenswerten Umwelt und Stärkung der sozialen Inklusion und des territorialen Zusammenhalts in Europa zu beantworten.

Für den Zeitraum von 2014-2020 werden die folgenden fünf spezifischen Ziele festgelegt:

  1. Erzielung von territorialen Forschungsergebnissen,
  2. Verbesserung des Wissenstransfers sowie Unterstützung zielgerichteter Analysen und Forschungsvorhaben,
  3. Verbesserung der territorialen Beobachtung Europas sowie analytischer Erfassungsmöglichkeiten
  4. Ausweitung des Umfangs der territorialen Analyse und
  5. Umsetzung einer schlankeren Verwaltungsstruktur, für eine direkte Kommunikation im politischen Prozess.

Zur Erreichung dieser Ziele soll eine neue Verwaltungsstruktur, das ESPON EVTZ, eingeführt und mit der Durchführung betraut werden.

In ESPON 2020 werden grundsätzlich Forschungsaufträge ausgeschrieben, die zu 100 % aus dem Programm finanziert werden. Dies unterscheidet ESPON von anderen Förderprogrammen.

Es müssen Akteurinnen und Akteure aus drei Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligt sein.

Es werden Forschungsprojekte relativ konkret ausgeschrieben; hier sind Fristen für die Bewerbung zu beachten. In der Priorität 2 können jedoch auch Themenvorschläge entwickelt und eingereicht werden.

Nationale Einrichtungen (ESPON Contact Points) übernehmen die Rolle des Mittlers zwischen der europäischen ESPON-Programmebene und der nationalen Forschungslandschaft sowie Politik und Planung. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist nationaler ESPON Contact Point für Deutschland.
Website des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) / Nationaler "ESPON Contact Point" für Deutschland

Europäische Website des ESPON-Netzwerkes
ESPON 2020 - Programminformationen, Calls und Events

Genehmigt von der Europäischen Kommission am 12. Februar 2015