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EU-FÖRDERLEITFADEN RUHR

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A6 // URBACT III

URBACT ist ein europäisches Austausch- und Lernprogramm zur Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Programm unterstützt Städte aller Größen dabei, gemeinsam Lösungen für städtische Herausforderungen zu erarbeiten. Es bekräftigt die Schlüsselrolle der Städte bei der Bewältigung wachsender, komplexer und sozialer Veränderungen. URBACT wird durch die Mitglieds- und Partnerstaaten der EU sowie aus dem Europäischen Fonds für regionalen Entwicklung (EFRE) finanziert.

Das Programm läuft von 2014 bis 2020.

URBACT III verfolgt im Wesentlichen die gleichen Ziele wie seine Vorgängerprogramme URBACT I und URBACT II: Das Programm hilft Städten bzw. ihren Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie Fachleuten, pragmatische Lösungen zu entwickeln, die innovativ und nachhaltig sind aber zugleich auch eine wirtschaftliche, soziale sowie ökologische Dimension integrieren. Das Programm ermöglicht es, gute Praxisbeispiele und Erfahrungen mit Fachleuten der Stadtentwicklung aus ganz Europa auszutauschen.

Thematische Kernziele

  1. Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation,
  2. Förderung der Bestrebungen zur Verringerung der CO₂-Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft,
  3. Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Förderung der Ressourceneffizienz,
  4. Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte sowie
  5. Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut und jeglicher Diskriminierung.

Spezifische Ziele

  • Stärkung der Kompetenzen und Strukturen der Städte im Bereich einer nachhaltigen und partizipativen Stadtentwicklungspolitik
  • Verbesserung der Ausgestaltung nachhaltiger städtischer Strategien und Aktionspläne
  • Bessere Umsetzung integrierter nachhaltiger Stadtentwicklungskonzepte
  • Sicherstellung, dass Praktiker/-innen und Entscheidungsträger/-innen auf allen Ebenen Zugang zu Fachwissen und Wissensaustausch zur nachhaltigen Stadtentwicklung haben

Schlüsselaktivitäten

  • Transnationale Vernetzung: Städte lernen voneinander, Transfer guter Praxisbeispiele
  • Aufbau von Strukturen und Kompetenzen der integrierten Stadtentwicklung: Qualifizierung städtischer Akteure, z. B. durch nationale Fortbildungsseminare, Sommeruniversitäten, etc.
  • Kapitalisierung und Verbreitung: Vermittlung von Fachwissen und Methoden aus dem Bereich der Stadtentwicklung, Erarbeitung von Empfehlungen für die Politik, z. B. durch Seminare, Internet, Veröffentlichungen, Nationale URBACT-Anlaufstellen etc.

In der letzten Förderperiode haben sich 550 Städte verschiedener Größen mit ihren lokalen Unterstützergruppen in 61 Projekten, 28 Ländern und 7000 aktiven Teilnehmenden am Programm URBACT beteiligt. Aus dem Ruhrgebiet hatten sich Duisburg, Essen und Gelsenkirchen beteiligt.

Antragsberechtigt sind die 28 Mitgliedsstaaten der EU sowie Norwegen und die Schweiz.

Zu den Zielgruppen zählen:

  • Politiker/-innen
  • Entscheider/-innen
  • Praktiker/-innen
  • städtische Beschäftigte
  • Verwaltungsbehörden Operationeller Programme

Förderfähige Netzwerkpartner/-innen können dabei sein:

  • Städte und Gemeinden (Städte ohne Größeneinschränkung): Kommunale Organisationseinheiten wie Stadtbezirke, Metropolregionen und Verbände
  • lokale Agenturen, die als (halb-)öffentliche Organisationen von einer Kommune gegründet wurden, teilweise oder vollständig in kommunalem Besitz sind und Verantwortung für die Gestaltung und Umsetzung spezifischer Politiken haben: Wirtschaftsförderung, Energieversorgung, Gesundheitsdienste, Verkehrsbetriebe etc.
  • regionale, landes- und bundesweite Institutionen, insofern sie mit städtischen Fragestellungen befasst sind
  • Universitäten und Forschungszentren, insofern sie mit städtischen Fragestellungen befasst sind

Das Gesamtbudget für URBACT III beläuft sich auf 96 Millionen Euro, davon sind 74 Millionen Euro EFRE-Mittel (40% mehr als in der auslaufenden Programmphase).

70% des Budgets sind auf die fünf thematischen Kernzielen konzentriert.

Die restlichen 30% der Mittel stehen für alle anderen Themen zur Verfügung, die einen „Bottom-up“-Ansatz verfolgen: IKT, Wettbewerbsfähigkeit der KMU, Anpassung an den Klimawandel, Risikovorsorge und -management, nachhaltigen Verkehr in wichtigen Netzinfrastrukturen sowie lebenslanges Lernen.

Hauptinstrument bei der Umsetzung von URBACT III sind drei Arten von Städte-Netzwerken (bei URBACT I und II gab es lediglich einen „Netzwerk-Typ“, die Aktionsplanungs-Netzwerke).

  • Aktionsplanungs-Netzwerke konzentrieren sich auf die Erarbeitung lokaler Aktionspläne/-strategien für eine nachhaltige Stadtentwicklung (in Anlehnung an die Instrumente von URBACT II). Ansätze der Mitbeteiligung spielen dabei eine große Rolle.

Diese werden in der neuen Förderperiode durch zwei weitere Arten (Umsetzung und Transfer) ergänzt:

  • Umsetzungs-Netzwerke stellen Verbindungen zu anderen Initiativen der Europäischen Kommission rund um die Stadtentwicklung her (z. B. „Integrierte Territoriale Investitione“/ ITI unter Artikel 7 der EFRE-Verordnung.). Ziel ist die Betrachtung effizienter Prozesse, der Austausch über  Lösungen und die Diskussion über die erfolgreiche – auch finanzielle - Umsetzung der Strategien.
  • Transfer-Netzwerke geben gute Praxisbeispiele im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung weiter. Die Städte tauschen sich aus und unterstützen sich gegenseitig bei der Umsetzung, dem Transfer bzw. der Anpassung auf die eigenen Belange.

Eckpunkte der Organisation von Städte-Netzwerken:

  • In jedem Netzwerk übernimmt eine Stadt die Federführung (Lead Partner).
  • Die Städtepartner müssen die Mehrheit in einem Netzwerk bilden - maximal drei Beteiligte pro Netzwerk dürfen keine Städte sein.
  • Es muss eine geografische Ausgewogenheit von Partnerinnen und Partnern aus weniger entwickelten oder Übergangsregionen und stärker entwickelten Regionen geben.
  • Zulässige Anzahl Beteilgter pro Netzwerk: 8-12 Beteiligte bei den Aktionsplanungs-Netzwerken sowie bei Umsetzungs-Netzwerken, 6-8 Beteiligte bei den Transfer-Netzwerken.
  • Es gibt ein zweistufiges Antragsverfahren: In der ersten Phase werden weniger Partner/-innen benötigt bzw. man kann einem Netzwerk auch noch in der zweiten Phase beitreten.

Der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.stellt auf seiner Website eine tabellarische Übersicht zu diesen Eckpunkten der Organisation bereit.

Das Budget pro Netzwerk liegt zwischen 600.000 bis 750.000 Euro. Zusätzlich dazu gibt es noch ein Budget für Expertise, das bis zu 127.500 Euro pro Netzwerk beträgt.

Die Kofinanzierungsraten liegen bei weniger entwickelten und Übergangsregionen bei 85 % EFRE-Förderung, in den stärker entwickelte Regionen bei 70 % EFRE-Förderung. Es gibt Stichtage für die Einreichung von Vorhaben. Über die genauen Termine sowie die Antragsunterlagen informiert die Website des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.

Die National Urbact Points/Nationale URBACT-Informationsstellen dienen als Verbreitungsstellen für Informationen aus dem URBACT-Programm. Sie stellen Hintergrundwissen und aktuelle Neuigkeiten in der jeweiligen Landessprache zur Verfügung, fungieren als nationale Anlaufstellen für Informationen zu nachhaltiger und integrierter Stadtentwicklung und unterstützen bei der Antragstellung. Der National Urbact Point für Deutschland und Österreich ist der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.

Die europäische Website von URBACT III bietet u. a. ein Element zur Partnersuche (Einstellen von Projektideen, Partner/-innen suchen/finden, Einblick in andere Projektvorschläge) sowie zahlreiche Fact Sheets, die die Antragstellung unterstützen.
Europäische Website zu URBACT III

Genehmigt von der Europäischen Kommission am 12. Dezember 2014