EU-Finanzinstrumente können Lücken schließen

Neben den Struktur- und Investitionsfonds (ESIFs) und den thematischen Aktions­programmen gibt es zahlreiche Finanz­instrumente der EU, auf die kommunale Behörden oder Unternehmen sowie Grün­derinnen und Gründer für ihre Vorhaben zugreifen können, um eventuelle „Lücken“ in der Gesamtfinanzierung zu schließen. Ansprechpartner sind hierfür in Deutsch­land die Europäische Investitionsbank (EIB) in Berlin oder eine Partnerbank, wie die NRW.Bank in Düsseldorf.

Die EIB ist die Bank der Europäischen Union, gehört den EU-Mitgliedsstaaten und vertritt deren Interessen. Sie arbeitet dabei eng mit den EU-Organen zusammen und stellt Finanzierungen sowie Know-how für solide und tragfähige Projekte bereit, die zum Erreichen der Ziele der EU beitragen. Dabei vergibt die EIB in erster Linie Darlehen. Daneben bietet die Bank aber auch Garantien, Mikrofinanzierungen und Kapitalbeteiligun­gen an.
Europäische Investitionsbank (EIB)

Die NRW.BANK ist die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen ihres staatlichen Förderauftrags stellt sie insbesondere Unternehmen und Gründern vielfältige Finanzierungs- und Förderinstrumente wie zinsgünstige Darlehen, Risikoteilungsinstrumente und Eigenkapital zur Verfügung. Dazu bietet sie verschiedene Förderprodukte an.
NRW.BANK

Beispiele für Finanzinstrumente der EIB:

Die Investitionsoffensive für mehr Wachs­tum und Beschäftigung in Europa soll Inves­titionen in strategische Projekte innerhalb der EU ankurbeln. Über den neu gegrün­deten Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), eine gemeinsame Initi­ative der Europäischen Kommission und der EIB-Gruppe (Europäische Investitionsbank/EIB und Europäischer Investitionsfonds/EIF), könnte er bis 2017 Investitionen von min­destens 315 Milliarden Euro auslösen. Mit Hilfe des EFSI wird die EIB-Gruppe Mittel für wirtschaftlich tragfähige Projekte bereitstel­len und will so die europäische Wirtschaft positiv beeinflussen. Zunächst wird der EFSI mit 21 Milliarden Euro ausgestattet. Gerade Projekte mit „höherem Risiko“, für die es bisher noch nicht genügend Unterstützung aus nationalen oder EU-Fördertöpfen gibt, sollen vom EFSI profitieren.

Der EFSI soll als Fonds zur Höchstrisikoabsi­cherung mit Darlehen, Garantien, Produk­ten zur Bonitätsverbesserung sowie eigen­kapitalähnlichen Produkten

  • Marktschwächen korrigieren, indem er bei Investitionsvorhaben einen Teil der Ausfallrisiken übernimmt und die Pro­jekte für Investitionen attraktiver macht. Die EIB wird Darlehen bereitstellen und ist durch die EU-Haushaltsgarantie abge­sichert.
  • privates Kapital und weitere öffentliche Mittel mobilisieren. Da genügend Liquidi­tät am Markt vorhanden ist, können auf diese Weise mehr private Geldgeber/-innen für solide Projekte gewonnen werden.

Förderfähige Projekte müssen:

  • wirtschaftlich solide sowie volkswirt­schaftlich und technisch tragfähig sein,
  • die EU-Ziele voranbringen und nach­haltiges Wachstum und Beschäftigung fördern,
  • soweit ausgereift sein, dass sie bankfähig sind, und 
  • eine dem eingegangenen Risiko entspre­chende Rendite ermöglichen.

Weitere Informationen zum EFSI

Einen Beitrag zum Erreichen der globalen Energie-, Klima- und Umweltziele Europas leisten beispielsweise die beiden neuen Finanzierungsinstrumente PF4EE (Private Finanzierungen im Bereich Energieeffizi­enz) und NCFF (Natural Capital Financing Facility). Hiermit soll der Privatsektor stärker in die Finanzierung von Projekten einge­bunden werden, die vorrangig der Senkung des Energieverbrauchs und dem Erhalt des Naturkapitals in Europa, insbesondere der Biodiversität, dienen.

Beide Instrumente werden von der Euro­päischen Investitionsbank (EIB) verwaltet und u. a. aus Mitteln des Programms für die Umwelt und Klimapolitik finanziert. Für die Finanzierung des Kreditrisikoschutzes und der Bereitstellung der Dienste von Experten sind im Energiebereich 80 Millionen Euro aus dem LIFE-Programm vorgesehen. Die EIB wird diesen Betrag ergänzen und min­destens 480 Millionen Euro für langfristige Finanzierungen bereitstellen. Der Fazilität für Naturkapital stellen die EIB und die Eu­ropäische Kommission 125 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sind für Projekte gedacht, die aufgrund zu vieler Hürden bis­lang noch als nicht tragfähig gelten. So soll das Potenzial dieser Projekte für langfristige private Investitionen unter Beweis gestellt werden. 

Die Finanzierung erfolgt indirekt über nationale Kreditinstitute – vornehmlich Bürgschafts- bzw. Förderbanken, die sich mit entsprechenden Projektvorschlägen bei der EIB bewerben. Lokale Banken sollen ermutigt werden, mehr Mittel an Energieeffizienzprojekte zu vergeben. Auch im Bereich Naturkapital soll der Zugang zu Finanzierungsmitteln erleichtert werden, beispielsweise in den Bereichen Hoch­wasserschutz, Regenwasseraufbereitung, Schutz von Wäldern, Verringerung der Was­ser- und Bodenverschmutzung, Erhalt der Biodiversität und Ökotourismus.

Weitere Information zu PF4EE
Weitere Information zu NCFF
Weitere Information zu B32 // LIFE 2014 –2020